Verehrte Leserin und verehrter Leser: Geht es Ihnen hier wie mir? Empfinden auch Sie "Ekel, Abscheu, Schock und Schrecken" angesichts der Tatsache, daß die oben zitierte Äußerung von einem Richter am Oberlandesgericht stammt? Ja: Sie stammt vom Vorsitzenden des 2. Senats für Bußgeldsachen des Oberlandesgericht Karlsruhe! Es ist unfaßbar, aber es ist wahr! - Mittäter (ebenfalls Mitglieder des Senats) sind übrigens eine Richterin namens Dr. Schwan und ein Richter namens Schmidt-Weihrich.
Bei Interesse hier weitere Akteure in dieser Provinzposse.
Zur Information: In England haben die Geschworenen dem verklemmten Gelaber von Staatsanwaltschaft und Richterschaft ganz einfach eine Abfuhr erteilt und einen Nudisten, der splitternackt vor Gericht erschienen war, freigesprochen. Die "konservativen Engländer" sind immer noch gut dafür, den Deutschen eine Lehre in Sache Demokratie zu erteilen! Erbärmlich, wahrhaft erbärmlich dagegen dieses verklemmete und idiotische Pack in den "Zwangsburger (Justiz-) Behörden". (Siehe: Freispruch für Vincent Bethell)
Meldung (dpa) in der BERLINER ZEITUNG.
Reuters: ... hundreds of nudist activists are planning to storm Berlin's largest park
Erster Test: Spaziergang am Ortsausgang von Umkirch (einem Vorort von
Freiburg), bekleidet mit einem
Lendenschurz. Nach Beendigung meines Spaziergangs, kurz vor dem Einsteigen
ins Auto, halten ein Mannschaftswagen
der Polizei mit Hund und zwei Beamten sowie ein PKW der Polizei mit zwei
weiteren Beamten bei meinem PKW. Sie kontrollieren meine Personalien und
bitten mich, mich in
Zukunft "anständig zu kleiden".
Während der folgenden Osterferien verreist.
Nach den Osterferien mehrere erneute Tests (immer mit Lendenschurz bekleidet),
jedesmal Kontrolle meiner Personalien.
26. April 1998
Um die Reaktion von Behörden und Bevölkerung zu testen, gehe ich
in Stegen, einem Dorf in der Nähe von Freiburg, auf einem
Waldwanderweg völlig
unbekleidet spazieren. Am Ende meines Spaziergangs (kurz bevor ich den
Parkplatz
meines Autos erreiche) begegne ich einem jungen Mädchen, das sich
über
meinen Anblick erschreckt und Strafanzeige erstattet.
In den kommenden Tagen gehe ich am Dreisamufer in Freiburg mehrfach völlig
unbekleidet spazieren und jedesmal kommt es zu Strafanzeigen von Anwohnern.
7./8. Mai 1998
Spaziergang am Ortsausgang von Umkrich, bekleidet mit einem Lendenschurz.
Es kommt zu einem neuerlichen Kontakt mit der
Polizei und dabei zu einem "unschönen" Vorfall: Ein Beamter
droht mir
an, mich in die Freiburger Psychiatrie zu fahren, sollte ich noch einmal
in dieser Bekleidung von ihm angetroffen werden. Er macht (mit meiner
Einwilligung)
Fotos von meinem "Aufzug".
Aufgrund der Vorfalls schreibe ich am 8. Mai einen Brief an die Polizei und
beschwere
mich über das Verhalten der Beamten.
Mai 1998
Einige Tage später erhalte ich einen Anruf von POR Metzger vom Polizeirevier Süd in Freiburg (zuständig für das Gebiet, in dem ich -beinahe- unbekleidet angetroffen wurde). Nach längerem freundlichen Gespräch einigen wir uns auf die Einrichtung des von mir später "Nacktwarndienst" genannten Verfahrens.
Ich gebe Herrn Metzger zu verstehen, dass es mir um eine Klärung der rechtlichen Situation geht. Ich mache auch deutlich, dass es mir eigentlich darum geht, auch an nicht ausdrücklich dafür vorgesehenen Orten FKK betreiben zu können, weil ich begeisterter FKK-Anhänger sei.
Ein Gespräch mit Staatsanwalt Zäh (siehe Bild) in Freiburg bestärkt mich
in meiner
Auffassung, dass Spazierengehen, bekleidet mit einem Ledenschurz, sogar
nach Einschätzung
der Behörden gegen kein Gesetz
und keine Vorschrift verstösst. Dies war zu Beginn zunächst von
der Polizei noch nicht
anerkannt worden, wie
mir Herr Metzger schriftlich mitteilte (er spekulierte in seinem Brief
darüber, ob bei meinem
Lendenschurz nicht, von der Seite betrachtet, ein "Einblick"
möglich sei - und
stellt sich auch die schwierige Frage, wie es rechtlich zu werten sei, wenn
durch einen Windstoss
der Lendenschurz zur Seite geweht werden könnte ...). Nach
Klärung der Rechtslage mit
der Staatsanwaltschaft teilt mir Herr Metzger dann allerdings mit, dass man
in Zukunft auf die Strafverfolgung meiner Spaziergänge verzichten
werde, wenn ich mindestens
mit einem Ledenschurz bekleidet sei.
Nachdem dies geklärt ist, entschliesse ich mich, nun auch den Lendenschurz grundsätzlich (und nicht nur bei Waldspaziergängen wie in Stegen oder bei Spaziergängen an der Dreisam) abzulegen, denn eigentlich ging es mir ja von Beginn an darum, FKK (und mit Lendenschurz ist man ja nicht wirklich nackt) auch an nicht (mehr oder weniger) ausdrücklich dafür zugelassenen Orten betreiben zu wollen.
5. Juni 1998
In der ZEITUNG ZUM SONNTAG (Rubrik: "Freiburg kriminell") erscheint ein kurzer Bericht über meine Aktionen: "Der nackte Doktor in Feld und Wald".
Mitte Juni 1998
Ein Mitarbeiter der Polizei gibt mir den Rat, wenigstens einige Zeit nicht
mehr in völlig
unbekleidetem Zustand in der Öffentlichkeit aufzutreten, wenn mir
daran gelegen sei, dass
es bald zu einem Verfahren komme. Es bestehe die Gefahr, dass der
Staatsanwalt immer weiter
zuwartet, um möglichst alle Fälle gesammelt behandeln zu
können.
Ich entschliesse mich darauf, meine Tests bzw. Aktionen für 6 bis 8
Wochen einzustellen.
August 1998
Nachdem bis Mitte August praktisch nichts geschehen ist, kündige ich der Polizei an, dass ich nun meine Aktionen wieder aufzunehmen gedenke. Der "Nacktwarndienst" ist bald wieder gut eingespielt und es besteht ein freundliches Einvernehmen mit der Polizei.
Ende August schliesslich erhalte ich einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Freiburg über DM 900,-.
Nach Einspruch gegen diesen Bescheid eskaliert die Situation seitens der
Polizei und Freiburger
Behörden. Offensichtlich steht Herr Metzger sehr unter Druck. Woher
dieser Druck kommt, kann
von mir nicht nachvollzogen werden, denn auf meinen Spaziergängen
erlebe ich beinahe
ausschliesslich heitere, freundliche und bestärkende Reaktionen.
(Haben vielleicht einige Anwohner des Freiburger Lorettobergs,
wie mir jemand durchblicken lässt, Angst um die
Grundstückspreise, sollte das Nacktgehen
auf dem Lorettoberg üblich werden?)
13. September 1998
Ich gebe daraufhin meine erste Pressemitteilung heraus, die ich an mehr als 100 Rundfunk- und Fernsehredaktionen sowie an regionale und überregionale Presseorgane versende. Ausserdem stelle ich die Pressemitteilung in die Newsgroup de.soc.recht.misc, worauf sich in dieser Newsgroup eine intensive Diskussion ergibt. (Ein Link zu einem Auszug aus dieser Diskussion ist auf der Seite der Pressemitteilung zu finden.)
17. September 1998
Der Sender SAT1 sendet einen ersten Fernsehbeitrag in der Sendung BLITZ.
Ich bin die Wochen darauf sehr häufig unterwegs. Welche Folgen das
hat, kann man nachlesen
in folgendem Bericht
Verhandlung vor dem Freiburger Amtsgericht.
Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage von DM 1.000,-, zu
zahlen an die AIDS-Hilfe Freiburg.
Noch im Gerichtssaal kündigt Herr Metzger von der Freiburger Polizei
an, mein FKK auch
weiterhin als Straftat verfolgen zu wollen. Daraufhin gebe ich
erneut eine
Pressemitteilung heraus.
8. Februar 1999
Ich lasse auf d em Lorettoberg an 6.000 Haushalte ein Flugblatt mit einem Aufruf verteilen und versende, parallel dazu, folgende Pressemitteilung , in der ich meine grundsätzliche Position kurz umreiße.
Daraufhin kommt es zu einer Fülle von Radio- und Fernsehsendungen
sowie Zeitungsberichten.
Eine Auswahl:
Radio: S4, Radio Regenbogen, S1, Radio DRS (Schweiz), BAYERN3 usw., dazu
eine Reihe kurzer Telefoninterviews.
Fernsehen: Neben SAT1 ein Beitrag für die Landesschau (S3),
"Brisant" (ARD),
"TAFF" (PRO7) sowie Teilnahme an einer Talkshow des MDR
("Sonntags unter uns").
Daneben gibt es eine Reihe von weiteren Zeitungsberichten, u.a. in der
Badischen Zeitung,
Münchener Abendzeitung und Berliner Morgenpost.
11. März 1999: Schulklasse bei mir zu Gast
Eine Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums (11. Klasse) ist bei mir zu Gast,
um mit mir
über meine Aktionen zu diskutieren. Im Rahmen des Deutschunterrichts
(Behandlung
von Wertfragen im Zusammenhang mit dem dialektischen
Erörterungsaufsatz) haben sie
sich für die Behandlung dieses Themas entschieden und den Wunsch
geäussert,
mich einladen zu dürfen. Die Schulleitung hat diesem Wunsch
stattgegeben.
Das Interesse der Schulklasse macht endgültig deutlich, dass es sich
bei dem Thema
"Nacktheit in der Öffentlichkeit" um ein Thema von
allgemeiner gesellschaftlicher
Bedeutung handelt. Die Zustimmung der Schulleitung zu diesem Treffen
bestätigt diese
Einschätzung.
Donnerstag, 18. 3.
Vormittags:
Ein Mädchen (etwa 18 Jahre alt) sieht mich aus der Haustüre
kommen und schreit laut über
die Strasse: "Das ist der, der nackt durch Freiburg läuft.
Ihhh!" - Ihre Freundin, etwas
älter, pflichtet ihr bei: "Das ist ja eklig."
Nachmittags beim gewohnten Gang über den Lorettoberg spricht mich eine Dame, etwa 60 Jahre alt (die mit zwei weiteren Damen und einem Herrn auf dem Lorettoberg spazieren geht) freundlich an und fragt mich, ob es mir nicht zu kalt sei. Es ergibt sich ein sehr netter Dialog, in dem sie mich ihrer Solidarität versichert. Sie berichtet mir, dass über meinen Fall auch in ihrer Umgebung sehr kontrovers diskutiert werde und versichert mir, dass sie mich immer sehr verteidige. "Wenn jemand es nicht sehen will, kann er ja wegschauen! Man sieht so viel in der Stadt, was einem nicht gefällt. Da schaut man einfach weg." Die beiden Begleiter, offenbar ein Ehepaar, stimmen freundlich lächelnd zu.
Unsere nette Unterhaltung wird, mittlerweile in der Kreuzkopfstrasse
angekommen, jedoch
jäh vom Auftauchen eines Streifenwagens mit zwei finster
dreinblickenden Beamten gestört.
"Nehmen die sie jetzt mit?", fragt die Dame besorgt. Und ich, in
aller Naivität, sage noch: "Nein, nein, die wissen vermutlich
nicht Bescheid und wollen meine Personalien kontrollieren."
Weit gefehlt. Die Herren haben den Auftrag, mich mitzunehmen. Sie haben
allerdings nicht
bedacht, dass ich aus meiner Hand einen winzigen Stringtanga zaubern kann,
der, übergestreift über
meine Blösse, aus einer IHRER MEINUNG NACH illegalen Handlung mit einem
Handgriff eine legale macht. Verduzt und verärgert, dass ihnen die
Massregelung (mich
"abführen" zu können) zu misslingen scheint, fragen sie
über Funk nach, was zu tun sei. Sie
erhalten vom zuständigen Sachbearbeiter, Herrn Reichenbach vom
Polizeirevier Süd, die
mit offensichtlicher Enttäuschung zur Kenntnis genommene Meldung:
"Das ist dann
zulässig."
Sie ermahnen mich sehr ernst, dass sie mich in Gewahrsam nehmen werden,
sollte ich heute
erneut unbekleidet angetroffen werden oder gar gleich wieder meinen Tanga ausziehen.
Dieser Vorfall überrascht mich. Hatte ich doch gemeint, wir se ien zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen, Herr Metzger, Leiter des Polizeireviers Süd, und ich: Ich zeige mich maximal kooperativ, kündige meine Spaziergänge an und mache den Beamten keinerlei Arbeit mit unnötigen Ermittlungen, indem ich die mir vorgelegten Protokolle der telefonischen Meldungen und/oder Anzeigen von Anwohnern und Passanten nach Prüfung abzeichne und damit zugebe, die "Taten" begangen zu haben. Im Gegenzug dafür erspart die Polizei mir derartige "Aufführungen". Doch dieser Konsens scheint nicht mehr zu bestehen. Ich rufe Herrn Metzger an und erinnere ihn an unseren Konsens, aber er scheint den Konsens ganz anders verstanden zu haben (einseitig ...). Ich schildere ihm, dass ich der Polizei eine ganze Menge Arbeit erspare, schliesslich dürfe ich als Beschuldigter z. B. auch vor ihr davonlaufen, statt meine Gänge anzukündigen, dürfe abstreiten, überhaupt etwas gemacht zu haben, was sie zwingen würde, mir mit grossem Ermittlungsaufwand jeden Fall einzeln nachweisen zu müssen. Er jedoch hat dafür keine Ohren. Die Atmosphäre ist sehr frostig. Er scheint sehr genervt und kündigt eine "härtere Gangart" an.
Unsere Beziehungen sind auf einem Tiefpunkt.
Die in der Fernsehsendung "Brisant" demonstrierte "Gelassenheit" der "Staatsmacht, " wie sich die Moderatorin ausgedrückt hatte, war offensichtlich nur gespielt ...
Donnerstag, 25. 3.

Heute hatte ich das Vergnügen, in Begleitung einer Dame spazieren zu gehen (sie ist 75 Jahre alt), die durch diese Begleitung ihre Solidarität zum Ausdruck bringen wollte. Ich hatte meinen "Bodygard" heute mit einer Kamera ausgestattet, so dass er diese Situation auch "dokumentieren" konnte. (Siehe Foto: Die Dame bat mich allerdings, bei einer Veröffentlichung des Bildes dafür zu sorgen, dass man ihr Gesicht nicht erkennen könne). Heute morgen hat sie sogar den Leiter des zuständigen Polizeireviers, Herrn Metzger, angerufen, um ihm mitzuteilen, dass sie mein Verhalten alles andere als "anstössig" findet. Interessanterweise wurde ich heute nicht von der Polizei "belästigt" ...
In der Badischen Zeitung vom 25. 3. erscheint eine "Auswahl" von Leserbriefen (ich kenne mindestens einen Leserbrief, der nicht dabei ist ...). Kennzeichnend ist das Fehlen von Argumenten (stattdessen Beschimpfungen und Polemik). Was sagen solche Äusserungen über die Leute, die Leserbriefe auswählen und/oder über die Leser der Badischen Zeitung selbst? Hier einige Beispiele für besonders "intelligente" Äusserungen:
Roland Maucher, Offenburg:
Zu "Mama, der wird krank, gell" vom 10. März:
"Wie krank muss eine Gesellschaft sein, wenn ein gewisser Dr. Peter
Niehenke ungestraft solchermassen
sein Unwesen treiben darf. 'Liebes Kind, der Mann ist schon krank und zwar
im Kopf, gell'."
Anmerkung: Wie krank muss eine Gesellschaft sein, in der mit Menschen, die
unsinnige Konventionen
brechen, so umgegangen wird?
Dr. med. W. Schleihauf, Freiburg:
"Nur ein Zitat: Der Verlust der Scham ist das sicherste Zeichen
für Schwachsinn.
(Sigmund Freud). "
Anmerkung: In Deutschland sind dann offensichtlich einige Millionen
Menschen schwachsinnig (die
FKK-Anhänger nämlich). Oh, je!
Gerhard Kutzky, Freiburg:
"Wenn ich Herrn N. mal so anträfe, würde ich ihm ein
Stöckchen werfen. Vielleicht
bringt er mir vor Freude das Stöckchen schwanzwedelnd zurück. Das
wäre etwas für den
Zirkus. Hoffentlich hat hier der Tierschutz keine Einwände, wie die
Polizei dieser Stadt. Übrigens
besteht die Gefahr, bei längerer Duldung dieser Nackt-Aktionen, dass
der Instinkt des Herrn N.
ihm gebietet, auch im Park oder gar auf Kinderspielplätzen sein
'grosses Geschäft' zu verrichten -
denn er streunt ja herrenlos in der Gegend herum."
Kommentar überflüssig!
Freitag, 26. 3.

Heute nahm die "berittene Polizei" die Verfolgung des Nackten auf ...
Dienstag, 30. 3.

Immer häufiger erklären sich Damen mit mir solidarisch und
demonstrieren ihre Solidarität
dadurch, dass sich mich bei meinen Nackt-Spaziergängen begleiten und
dies auch durch Fotos
dokumentieren lassen.
Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil von Seiten der
Behörden häufig "Frauen und
Kinder" als vor mir zu schützende Personen angeführt werden.
Wenn es nicht schon vorher klar gewesen sein sollte, so wird
spätestens durch die Tatsache, dass
mehrere (speziell ältere) Damen mich demonstrativ begleiten, deutlich,
dass es höchstens ein TEIL
der Bevölkerung sein kann, der an meinem Verhalten ernsthaft Anstoss
nimmt ...
Mittwoch, 31. 3.
Heute habe ich durch meinen Rechtsanwalt eine Verfügung der Polizeibehörde der Stadt Freiburg erhalten. Hier wird mir unter Androhnung eines Zwangsgeldes in Höhe von DM 3.000,- untersagt, in Zukunft im Gebiet der Stadt Freiburg öffentlich nackt aufzutreten.
Näheres dazu in folgender Pressemitteilung
Montag, 12. 4.
Heute erhielt ich einen Bussgeldbescheid von der Stadt Freiburg:
Es werden mir drei "grob ungehörige Handlungen" zur Last
gelegt (eine dieser "grob
ungehörigen Handlungen" anlässlich der Dreharbeiten durch
ein Fernsehteam des SWR :-),
und jede dieser Handlungen wird mit einem Einzelbussgeld in Höhe von
DM 600,- belegt.
Wer sich für juristische Argumentationen interessiert (oder mir gar einen Tip geben kann und will) kann sich meine "Verteidigungsschrift" durchlesen: Einspruch gegen den Bussgeldbescheid
Mittwoch, 14. 4.

Seit der Zwangsgeldandrohung muss ich drauf achten, immer vorschriftsmäßig gekleidet zu sein ...
Montag, 26. 4.
Heute erschien in DER SPIEGEL ein Interview mit mir.
Heute war ich zu Gast in der Evangelischen Fachhochschule für
Sozialpädagogik in Freiburg. Seminarthema: Sozialethik.
Angenehm überrascht war ich über die offene Haltung des
Dozenten, eines Pfarrers. Die Studentinnen und Studenten waren etwas
"ruhig", die meisten Diskussionsbeiträge kamen von einer
Frau, die offensichtlich gar nicht Studentin war (es waren auch einige
"Gäste" zu dem Seminar erschienen), die, wie sich bald
herausstellte, Anwohnerin des Freiburger Lorettobergs war ...
Freitag, 30. 4.
Für die Sendung EXTRA (RTL, Sendung am Montag, 3. Mai 99, 22.15 Uhr)
wurde heute, trotz bestehender Zwangsgeldandrohung, auf dem
Lorettoberg mit mir gedreht! Die Radaktion hat sich bereiterklärt,
die ggf. entstehenden "Unkosten" zu übernehmen ...
Es kam aber keineswegs zu irgendwelchen "Unkosten": Das
Fernsehteam mußte auf das Erscheinen der Polizei vergeblich warten.
Obwohl ich mindestens zwei Stunden nackt auf dem Lorettoberg herumlief,
wurden wir von der Polizei nicht "behelligt". Vielleicht haben
sich die Anwohner ja doch schon so an mich gewöhnt, daß
wirklich niemand bei der Polizei angerufen hat, vielleicht aber auch
hat die Polizei, wie ein Polizist es ausdrückte, "andere
Prioritäten" gesetzt ...
Warum sie wohl nicht immer, wenn es um einen harmlosen Nackten wie mich
geht, einfach "andere Prioritäten" gesetzt hat ...?
Montag, 3. 5.
Da war sie nun, die Sendung.
Zum einen haben die Leute von RTL ihr Versprechen gebrochen, die
www-Adresse unten einzublenden. So kamen die meisten Leute, weil
sie sich nur den Domainnamen gemerkt hatten, auf meine Hauptseite
und regten sich dann natürlich auf, weil sie meinten, ich wolle
ausgerechnet mit dieser Aktion Werbung für mein Ausbildungszentrum
machen.
Zum anderen haben sie verschwiegen, daß sie die allergrößte
Mühe hatten, überhaupt "kritische Stimmen" zu finden
(in der Sendung sah es so aus, als ob die meisten sich an meinem Verhalten
stören würden, was aber an diesem Nachmittag absolut nicht
dem entsprach, was wir mit dem Fernsehteam wirklich erlebt haben!).
Hier, noch einmal, mein "Umkleide-Baum"

Richtig nette Sachen haben sie nicht gebracht. Etwa einen kleinen Jungen im Alter von etwa 10 Jahren (er ist seit Monaten mein Fan), der vor der Kamara sagte: "Wenn ich groß bin, dann mache ich das auch!"
Jetzt kann man mal so richtig "Dampf ablassen" ...
Ein Öffentliches Diskussionsforum wurde eingerichtet
(weitersagen!).
Mein neuer "Bodygard": Martin

Auf unserem Spaziergang auf dem Schönberg haben wir viele lachende Menschen gesehen und nette Kommentare gehört. Ein einziger Mann, bei dem man es vom Gesichtsausdruck auch nicht anders erwartet hätte (sah aus wie ein "Möchte-Gerne-Macho" - und solche Männer fühlen sich erfahrungsgemäß durch meinen Anblick irgendwie "bedroht" oder provoziert), meinte: "Du bist wohl nicht ganz dicht!"
Ab sofort hat die FKK-Seite einen
eigenen Domainnamen: waldfkk.de.
Das kann man sich doch leicht merken ...
Freitag, 21. 5.
... wenn die Gesetze den Behörden nicht genügen
Schon im Herbst letzten Jahres versuchte die Freiburger Polizeibehörde unverhohlen, auch die Ausübung meines beruflichen Tätigkeit zu unterminieren, um auf diese Weise den Druck auf mich zu erhöhen.
Ich schrieb damals (siehe unter Geschichte):
"Aber es kam noch schlimmer: Ich erhielt von einer Kollegin am Gesundheitsamt eine Einladung zu einem Gespräch. Wie sich schnell herausstellte, sollte es auf Anweisung der Freiburger Polizeibehörde in diesem Gespräch darum gehen zu prüfen, ob gegen mich, der ich so frech gegen Konventionen verstieß, nicht ein sog. Unterbringungsverfahren eingeleitet werden müsse. In einem solchen Verfahren wird amtsärztlich geprüft, ob man eine Person zwangsweise in die Psychiatrie einweisen muß, weil sie eine Gefahr für sich und andere darstellt. - Sich bei solchem Vorgehen an Praktiken erinnert zu fühlen, die man eigentlich nur aus Berichten über totalitäre Staaten kennt (Mißbrauch der Psychiatrie zur Ausgrenzung von Leuten, die man durch die normalen Gesetze nicht packen kann), wäre allerdings ein Zeichen schwerer Paranoia ..."
Heute erhielt ich folgendes Schreiben vom Gesundheitsamt in Freiburg:
Siehe unter "Repressalien".
Ja bin ich denn der Till Eulenspiegel?
Und wer sind dann diese Leute von der Stadt ... ?
Donnerstag, 3. 6.
Es passiert einfach kaum noch etwas, obwohl ich täglich unterwegs bin, teils mit Fahrrad, teils joggen.
Die Leute um den Schönberg herum kennen mich schon gut, sie
grüßen freundlich,
wenn sie mir begegnen, und die Leute im Gartenrestaurant
"Adler-Burg" lachen schon
gar nicht mehr, wenn ich vorbeikomme. Kinder berichten stolz ihrer Mutter (wie ich im Vorbeigehen
höre), daß sie mich jetzt schon dreimal gesehen ha
ben, Jugendliche fragen nach
einem Autogramm, eine Frau auf dem Fahrrad sagt zu ihrem Begleiter:
"Schau da! Das muß
dieser Verrückte sein!"
Ganz selten kommt es noch zu aggressiven Ausbrüchen:
Heute hat mich mal wieder einer dieser "Möchte-Gerne-Machos" aus
einem
VW-Golf-Cabrio mächtig angemacht: "Du Drecksau, Du, Du
gehörst erschossen!".
Leider war mein "Bodygard" nicht schnell genug mit der Kamara, um
wenigstens
das zornig-rote Gesicht zu fotografieren (wenn er nicht dabei gewesen
wäre, wäre
der Mann vermutlich ausgestiegen, um ... - angehalten hatte er ja schon).

Wer läßt sich auch schon gern "die lange Nase zeigen"? Das erhöht den Adrenalinspiegel noch einmal zusätzlich ... (Das Foto ist "nachgestellt", da die Kamera in der Situation, wie gesagt, nicht schnell genug zur Stelle war).
Gestern stand ich unvermittelt einem Hund gegenüber, der mächtig die Zähne fletschte. Das war ein mulmiges Gefühl, so nackt diesem wütenden Tier gegenüber zu stehen ... Ich ging dann in die Hocke, um in etwa auf seiner Höhe zu sein und meinte in beruhigendem Ton: "Nun mach' doch nicht so ein Theater!" Er wurde etwas ruhiger, wurde dann aber von seinem Besitzer entschieden zu sich gerufen.
Donnerstag, 10. 6.
Heute war der "Tag in Österreich" (siehe entsprechenden Link).
Mittwoch, 16. 6.
Die Badische Zeitung, die in meiner Angelegenheit durch eine ironisch-abwertende Berichterstattung auf dem besten Wege war, journalistische Ideale der Berichterstattung zu verletzen und zur "Partei" zu werden, fand heute durch Veröffentlichung einer meiner Pressemitteilungen in Form eines Leserbriefs zur Unparteilichkeit ("audiatur et altera pars") zurück ...
Pressemitteilung als Leserbrief
Donnerstag, 17. 6.
Heute fanden erneut Aufnahmen f¸r einen Beitrag in der Sendung EXTRA (RTL) statt, Sendetermin soll Montag, 21. 6., sein. Es war der Tag meines Mountain-Bikes ...
Freitag, 18. 6.
Teilnahme an der Talkshow "Riverboat" (MDR). Weitere Gäste waren die Schauspielerin Jutta Hoffmann, der zeitgen–ssische Komponist Prof. Siegfried Mattus, Guido Westerwelle (FDP), Christa M¸ller (die Frau von Oskar Lafontaine) sowie die Geschwister Gerd Christian und Holger Biege (Musiker). Moderiert wurde die Sendung von dem als Tagesschau-Sprecher bekannten Jan Hofer, dem Schweizer J–rg Kachelmann und der smarten Kim Fischer.
Die Redaktion hatte dafür gesorgt, daß ich nicht der einzige war, der "mit heruntergelassenen Hosen vorgeführt" wurde: Kurz diskutiert wurde nämlich mit Guido Westerwelle ein Wahlplakat der FDP, auf dem ein nackter Hintern zu sehen ist, und Guido Westerwelle wurde gefragt, ob das der seine sei ...
In der Gesprächsrunde mit mir überwog eindeutig (bei den Moderatoren wie den Gästen) das "Nicht-Verstehen (-Können)". Insbesondere Kim Fischer reagierte mit dem für manche Frauen typischen und mir ja mittlerweile gut bekannten Vorwurf: "Ein nackter Mann im Wald würde mir Angst machen." Auf solcherart irrationalen Ängste (ein nackter Mann ist ja eigentlich wehrloser als ein angezogener Mann!) bin ich ja auch bereit, Rücksicht zu nehmen, auch wenn es nicht ganz einleuchtend ist, wieso diese Angst mehr Rücksicht verlangen sollte, als etwa die Angst vor einem frei laufenden großen Hund oder einem Behinderten mit entstelltem Gesicht, die ja auch auf einem Waldweg klaglos akzeptiert werden würden/müßten ...
Dennoch ist die Teilnahme an dieser Sendung natürlich ein Erfolg! Wenn ich bedenke, wie die ersten Reaktionen auf meine Aktion im Sommer 1998 waren (Peinlichkeit, "Mit dem muß mal jemand reden. Der braucht Hilfe!"), dann ist es mir doch immerhin gelungen, das Thema "aus der Schmuddel-Ecke" herauszuholen: Es wird nun nicht mehr (peinlich berührt und/oder hinter vorgehaltener Hand) "getratscht", sondern es kann jetzt sogar in einer Gesprächsrunde mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens darüber sachlich (wenn auch -noch- überwiegend mit Unverständnis) diskutiert werden.
Sehr schade fand ich, daß Christa Müller, die aufgrund ihres Engagements gegen die (aus religiösen Gründen vorgenommene) Verstümmelung kleiner Mädchen häufiger Vorträge halten muß, erst beim gemeinsamen Abendessen nach der Sendung offen aussprach: "Sie haben Recht!", und davon berichtete, daß viele ihrer Zuhörer auch oft irgendwie "peinlich berührt" reagieren, wenn sie z. B. über anatomische Details spricht. Wie "unbefangen" im Umgang mit Sexualität ist unsere Gesellschaft im Jahre 1999 wirklich ...?
Wer die Sendung verpaßt hat, hat Gelegenheit, sich eine Wiederholung anzusehen, die am 15. Juli in 3SAT ausgestrahlt wird.
Donnerstag, 24. 6.
Damit es jetzt für alle klar ist: Ja, er (auf dem Banner) ist "meiner"! Beweis:

Heute war Bike-Tag:

Steve aus Frankreich und Mike aus dem Saarland machen Ferien in Freiburg.

Sie k–nnen es nicht glauben, finden es "affengeil" ...
Mike hat mich bei RTL gesehen und würde gern auch mal ins Fernsehen. Das kann ich ihm leider nicht bieten, aber ich verspreche ihm, daß noch heute Abend sein Bild im Internet zu sehen sein wird. Sein Vater hat Zugang zum Internet, und er kann sich die Adresse auf meinem Fahrrad: "waldfkk.de" merken ...

Wie das Verwaltungsgericht es in der Hauptverhandlung begründen will, daß das von der Stadt ausgesprochene Verbot gegen mich aufrechterhalten werden darf, macht mir sehr neugierig. Aber eine Erfahrung habe ich ja schon gemacht: Rechtsprechung hat nicht unbedingt etwas mit "logischen Argumenten" zu tun, denn wenn eine Urteilsbegründung logisch zu sein hätte, dann wäre schon das erste Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg gegen mich gar nicht möglich gewesen ...
Donnerstag, 1. 7.
Bei einer Spazierfahrt am letzten Montag habe ich ERNEUT am Dreisamufer nackte Menschen gesehen ...
Heute wurde beim Gesundheitsamt meine "sittliche Zuverlässigkeit" geprüft. Von dem Gespräch mit dem Leiter des Freiburger Gesundheitsamtes, Dr. Steinitz, und seiner Kollegin, Dr. Rechtsteiner-Rarra, liegt ein Transkript vor, das unter dem Menuepunkt "Repressalien" (linke Spalte) abgerufen werden kann.
Dienstag, 6. 7.
Nachdem ich heute mit meiner 75jährigen Dame zunächst eine " Ehrenrunde" auf meinen (un-) geliebten Lorettoberg :-) gemacht habe, selbstverständlich "vorschriftsmäßig gekleidet", wollte ich anschließend noch ein wenig die laue Luft an meinem GANZEN Körper genießen. Ich fuhr also, das erste Mal wieder seit Monaten, nach Umkirch und nahm, auch wieder zu Fuß, die Route, die ich auch am 1. April 1998, dem Tag meiner "Premiere" genommen hatte, diesmal jedoch ohne "Lendenschurz". In der Nähe von Umkirch findet gerade das sog. "Zelt-Musikfestival" statt, und mein Weg kreuzt den Ort dieses Festivals. Nach kurzem Zögern, ob ich diesen SEHR belebten Ort vielleicht umgehen will, entschließe ich mich, mich in Freiburg mal wieder etwas mehr ins Gespräch zu bringen ... Die Reaktion der Leute war wirklich sehr erfreulich:
Als ich am Eingangstor vorbeikam, hörte ich das in solchen Fällen übliche Gemurmel und "Gejohle", hörte aber ganz deutlich auch eine Frauenstimme heraus, die sinngemäß zu irgendjemandem ziemlich laut sagte: "Aber affengeil, oder?". Einer der Parkwächter (da sind Parkplätze für vielleicht 1.000 Autos), ein junger Mann von vielleicht 25 Jahren, lachte mir offenherzig entgegen, als er mich sah und meinte: "Du bist ja total locker drauf! Toll, Mann!". Es gab die ebenfalls in solchen Fällen üblichen Hupkonzerte, aus einem Neckermann-Reisebus winkten mir die Leute noch aus dem Rückfenster belustigt zu, und ein Fahrradfahrer, der mir entgegenkam, meinte zu seiner Begleiterin (allerdings mit einem ironischen Unterton): "Ist das etwa der berühmte Nacktjogger?" (Er wußte von mir, aber erkannt hat er mich offensichtlich nicht.) Und es gab natürlich auch die unvermeidlichen "Kopfschüttler" oder Leute, die mir irgendein ordinäres Zeug nachriefen.
Insgesamt ein lustiges Erlebnis. Schon fast wieder an meinem Auto angekommen, kam mir ein Polizeiwagen entgegen, der, wie sich später herausstellte, rein zufällig dort unterwegs war. Nichtsdestotrotz drehte er und nahm "die Verfolgung" auf. Nun lasse ich mich ja recht leicht fangen ... Die Dame und der Herr (ich kannte beide und beide kannten mich) beabsichtigten, pflichtgemäß "die Ordnungswidrigkeit zu beenden", und da ich NICHTS außer meinen Sandalen dabei hatte (mein Handy natürlich), insbesondere keinen Tanga, den ich hätte überziehen können, baten sie mich einzusteigen und fuhren mich zu meinem Auto. Dort warteten sie, bis ich "meine Blöße" bedeckt hatte, und sagten mir noch, daß ich heute nicht noch einmal angetroffen werden dürfe. Ich antwortete, daß ich dies sehr wohl wisse. Die ganze Interaktion war freundlich und locker - und sie fuhren davon, ich, Richtung Stadt, hinterher.
An der Ampel am Ende der Schnellstraße hielt der Wagen dann neben dem meinen und der Polizist gab mir durch Zeichen zu verstehen, ich möge meine Scheibe herunterdrehen. Er sagte mir dann, er habe den Auftrag, mir noch mitzuteilen, daß ich IN GEWAHRSAM GENOMMEN werden würde, wenn ich heute noch einmal so angetroffen w¸rde.
Das war unnötig! Und es zeigte mir, daß die Polizei offensichtlich in ihrer Selbstwahrnehmung in einen KAMPF mit mir verwickelt ist. Es war 21.30 Uhr und es schien mir, wie wenn diese Bemerkung nur den einen Sinn gehabt hätte, Macht zu demonstrieren ... (diese Drohung war angesichts der fortgeschrittenen Stunde nämlich völlig überflüssig, insbesondere deshalb, weil ich dem Beamten ja schon explizit gesagt hatte, daß mir ohnehin klar sei, daß ich nicht am gleichen Tag zweimal angetroffen werden darf). Mir scheint doch sehr, daß es bei den Behörden Leute gibt, die MEHR im Auge haben, als "ihre Pflicht" zu erfüllen ...
Ich antwortete dem Polizisten, daß ich eigentlich jetzt hatte nach Hause fahren wollen, daß diese Bemerkung mich aber nun motivieren würde, in "zulässiger Bekleidung" noch ein wenig in die Innenstadt zu gehen.
Wie ich weiß, plant die Polizeibehörde, das für das Gebiet der Stadt geltende Verbot des Nacktlaufens auf den Landkreis um Freiburg herum auszudehnen. Die Stadt will mir also OHNE NOT nach und nach die Orte nehmen, an denen ich eigentlich relativ wenig Leute störe: etwa den Schönberg. Ich hoffe, daß den städtischen Behörden klar ist, daß sie mich damit nötigen, diese Aktion noch grundsätzlicher anzugehen. Bisher habe ich die Innenstadt gemieden, weil es nicht attraktiv ist, dort zu joggen. Wenn mir aber die "attraktiven Orte" nach und nach alle genommen werden, dann geht es vorrangig zunächst darum, diese Angelegenheit so grundsätzlich wie möglich zu klären, und dann werde ich mich halt auf die Innenstadt konzentrieren.
Mit der "mindestzulässigen Bekleidung" kann mir dort niemand etwas! Und genau das habe ich heute, diesmal noch in den Abendstunden, demonstriert: Ich bin, bekleidet mit dem aus dem RTL-Beitrag bekannten Stringtanga, in die Innenstadt gegangen. ZWEI Polizeiwagen sind mir auf dem Weg begegnet, aber ich blieb unbehelligt. Die Reaktion der Passanten war überwiegend desinteressiert, teilweise belustigt, teilweise verärgert. Eine Frau, die mir entgegenkam, hielt an und meinte: "Ich würde gern kurz mit dir reden. - Warum machst du das?" Doch noch bevor ich Luft holen konnte, um ihr zu antworten, zog ihr Freund (beide waren so um die dreißig) sie kräftig an den Armen von mir weg.
Ich werde es mir in diesem Sommer zur Gewohnheit werden lassen, so in der Innenstadt aufzukreuzen, selbstverständlich tagsüber! Wenn das den Behörden lieber ist ...
Donnerstag, 15. 7.
Kurzmitteilung in der Badischen Zeitung vom 15. 7. 1999 unter "Stadtgeplauder"
Zum Bezug siehe links im Menue untere "Repressalien".
Montag, 13. 9.
Nach dem Richterspruch von Juli dieses Jahres (siehe unter "Affenprozeß") hatte ich angekündigt, mich in Zukunft in zulässiger "Mindestbekleidung" in die Innenstädte zu begeben (wenn ich nicht nackt im Wald sein darf, dann müssen die Behörden mich eben, mit 30 Quadratzentimeter Stoff bekleidet, in den Innenstädten ertragen). Erstmals habe ich diese Ankündigung kurz vor Beginn der Sommerferien realisiert. Darüber wurde im FREIBURGER WOCHENBERICHT auch berichtet. Heute nun habe ich diese Ankündigung erneut wahr gemacht.
Ich versandte am Morgen eine 4zeilige Pressemitteilung an die lokale Presse und war erstaunt, daß mich auf meinem Spaziergang, der um 15.00 Uhr beginnen sollte, Vertreter der Badischen Zeitung, des Freiburger dpa-Büros, zweier Freiburger lokaler Radiosender und ein Team von SAT1 begleiten wollten. In Begleitung dieses Medienaufgebots wurde die "Aktion" dann natürlich auch etwas spektakulärer, als ich es gedacht hätte.
Ich lief von meiner Wohnung in der Lorettostraße los und ging, mitten durch die Fuþgängerzone, bis zum Kaufhaus HERTIE. Unterwegs gab ich "life" ein "Handy-Interview" f¸r den Sender "Radio Regenbogen" ...

Ich begab mich dann auch in das Kaufhaus hinein, stöberte ein wenig in der Hosenabteilung :-)

und begab mich dann in den vierten Stock:

In der Musikabteilung (WOM) wollte ich eine CD des Brasilianers Milton Nascimento ("Crooner") kaufen, doch sie war nicht vorrätig und muß importiert werden.
Während ich dort mit dem netten Verkäufer verhandelte, kam der Geschäftsführer (Abteilungsleiter) herbei. Ich mußte mich nicht weiter um ihn kümmern, weil er von den Medienvertretern umringt wurde, was ihn sichtlich etwas überforderte.

Er fand, daß man in dieser Bekleidung zwar Sport betreiben könne, aber es sei doch nicht ganz angemessen, SO in ein Kaufhaus zu gehen (dabei habe ich schon eigens die Lebensmittelabteilung gemieden). Leider brachte SAT1 am Abend von diesem Interview nichts. Schade!
Ich frage mich, warum niemand sonst in Deutschland (von EUCH, meine Freunde!!) mal solch eine Aktion startet. Es ist nicht verboten, mit einem "Feigenblatt" bekleidet, in die Innenstadt zu gehen, wie Ihr alle wißt!
Hier der Kurzbericht in der Badischen Zeitung vom 14.9.99 (zum Zurückblättern bitte den "Back-Button" benutzen).
Donnerstag, 4. 11. 1999
Heute hatte ich eine sehr interessante Begegnung: Auf meinem Spaziergang auf dem Lorettoberg (dick angezogen mit Jeans und Pollover) hielt mich eine Gruppe von 4 Kindern an und verstrickte mich in ein Gespräch über Nacktlaufen. Die Ablehnung war sehr deutlich (was sehr ungewöhnlich ist, weil Kinder i. a. belustigt darauf reagieren). Eines der zwei Mädchen, etwa 10 Jahre alt, ziemlich frech, fragte mich: "Wissen sie noch, wer Frau ... ist?" (sie nannte den Namen der wichtigsten Zeugin, die gegen mich bei Gericht ausgesagt hatte). "Jaaa!" antwortete ich. Darauf sie: "Ich bin ihre Tochter." - "Dann bist du das Mädchen, das behauptet haben soll, dass sie sich vor meinem Anblick geekelt hat?" - "Ja, genau." - "Und was findest Du am Anblick eines nackten Menschen eklig?" - "Ich find's halt eklig, wenn man nackt herumläuft." ... (laute Zustimmung von ihrer Freundin und ihren zwei Freundinnnen)
Es entspann sich ein Gespräch über "Für und Wider". Ich erzählte den Kindern, dass ich nicht verstehe, was am Anblick eines nackten Menschen eklig sein solle oder könne. Psychologisch wirklich sehr aufschlußreich war, dass diese Kinder (alle um die 10 Jahre alt) wiederum als Argument Kinder (und alte Leute) brachten, inbezug auf Kinder jedoch solche, die jünger als sie selbst sind ("Und glauben sie nicht, dass Kinder von 5 Jahren sich erschrecken würden, wenn sie ihnen begegnen würden?"). Das Mädchen wies triumphierend auf die (offensichtlich von ihrer Mutter initiierte) Unterschriftenliste hin ("Da sehen sie doch, dass die Leute auf dem Lorettoberg es ALLE doof finden, was sie machen.") und ich entgegnete ihr, dass das 38 Leute seien, auf dem Lorettoberg würden aber mehr als 1.000 Leute wohnen.
Die Kinder wollten mir dann beweisen, dass jeder auf dem Lorettoberg es doof findet, was ich mache und begannen, vorbeigehende Passantinnen und Passanten zu befragen, was sie von mir, dem Nacktläufer, halten würden. Doch das Ergebnis der Befragung war ganz und gar nicht wie von ihnen erwartet: Wie üblich, lag die Quote der Ablehnungen bei etwa einem Sechstel. Eine ältere Damen herrschte die Kinder gar an, sie seinen "dumm", als die vier es ein wenig übertrieben mit ihren "Ekelbekundungen", was meine körperliche Erscheinung angeht.
Ich fragte dann die kleine "Zeugin der Anklage", was sie denn machen werde, wenn ich in der nächsten Instanz den Prozeß gewinne und nackt auf dem Lorettoberg herumlaufen darf. Sie antwortete: "Dann hab' ich halt Pech gehabt." ...
Sieht alles ein wenig wie ein "Machtspiel" aus, bei dem, weil es ja so gut nutzbar ist, die Kinder "benutzt" werden von ihren Eltern.
Heute habe ich, zusammen mit zwei Freunden (Frank und Andreas), die diesjährige FKK-Saison für Freiburg eröffnet. Es ist zwar noch etwas kalt, aber ...

"Ein schöner Rücken kann auch entzücken" ...

Freitag, 24. März 2000, kurz nach Frühlingsbeginn ...
Der Nacktläufer von Freiburg erneut verurteilt.
Und dazu der Kommentar zum gegenwärtigen Stand der Dinge: Polizei und Justiz in der Falle: Der "Nacktläufer" und seine Strategie