Die "Mauer in den Koepfen" oder: Die Badische Zeitung und die Logik


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Nachricht von PN am 28 September 1999 um 15:54:11:

Ein riesengroßer Teil des Volkes der ehemaligen DDR fand die Einschränkungen
der "Bewegungsfreiheit", fand die Mauer völlig in Ordnung. Es ist immer wieder
wichtig, sich das vor Augen zu halten: Die Menschen, die dort leben und lebten,
unterscheiden sich nicht von den Menschen, die hier in der BRD leben (schließlich
haben alle gemeinsam einmal Hitler gut gefunden ...).

Wenn vor 40 Jahren jemand anzweifelte, daß es sinnvoll und mit rechtstaatlichen
Prinzipien vereinbar sei, Homosexuelle der "Perversität" zu bezichtigen und
sie, wenn sie derart perverse Handlungen untereinander (unter ERWACHSENEN Männern)
vornehmen, mit Gefängnis zu bestrafen, wäre er nicht auf größere Verständnislo-
sigkeit gestoßen, wie ich es heute bei vielen Menschen (und leider auch Medien)
stoße, wenn ich es einen Skandal nenne, jemanden dafür zu bestrafen, daß er
nichts weiter tut, als nackt herumzulaufen. Heute wird darüber diskutiert, den
Homosexuellen Lebensgemeinschaften praktisch gleiche Rechte einzuräumen wie den
Ehen - und der Europäische Gerichtshof hat eine Entscheidung getroffen, der ihre
Rechte ínbezug auf Diskriminierungen in der englischen Armee stärkt, wie gestern
in der Tagesschau zu hören war. Vor 40 Jahren hätte man die Richter am Euro-
päischen Gerichtshof wohl für verrückt erklärt.

Die Mauer ist in diesem Fall in den Köpfen! Der "Druck der Konventionen"
ERSCHLÄGT die Fähigkeit zu klarem Denken. - Selbstverständlichkeiten wie die
gerade beschriebene müssen Zentimeter für Zentimeter der Ignoranz abgerungen
werden.

Wie schreibt die Badische Zeitung in dem Artikel: "Das ficht den Psychotherapeu-
ten, dem 'Profilneurose' unterstellt wird, nicht an. Im Gegenteil! Er findet ja
wieder mal ein breites Medienecho."

Volkes Stimme hat gesprochen!
Es fehlt nur noch die Kennzeichnung "Querulant" ...

Wer mag das wohl sein, der dem Psychotherapeuten "Profilneurose" unterstellt?
Die BZ schweigt sich darüber aus - wohlweislich.

Das Gesundheitsamt macht (zwei Monate nach dem Geschehen) eine Anzeige gegen mich
und ich mache die Öffentlichkeit darauf aufmerksam (wie schon oft betont: Die
Öffentlichkeit ist oft der einzige Schutz gegen Behördenwillkür - und damit habe
ich ja nun wirklich zu tun). Und weil ich die Öffentlichkeit davon in Kenntnis
setzen (und die BZ es ja auch offensichtlich eine Meldung wert findet !!), habe
ICH eine Profilneurose.

Ist es nun von öffentlichem Interesse? Wenn ja, was hat es dann mit "Profilneu-
rose" zu tun, wenn ich (UND die BZ) es auch bekannt machen. Oder ist es NICHT
von öffentlichem Interesse? Warum berichtet die BZ dann darüber?

Man sollte mal alte BZ-Artikel suchen. Wie haben die wohl vor 30 Jahren über
Homosexuelle berichtet. - Keine Spur von Einsicht in die Rolle der Öffentlich-
keit bei einer Aktion wie der meinen. Man sollte mal nachlesen, wie sie über
den Christopher-Street-Day berichtet haben.

Leute, die "demonstrieren", habe halt alle eine "Profilneurose".

Peter



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